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RASPEL-Interview mit SPD-Bundestagskandidat Macit Karaahmetoglu:

Raspel: Herr Karaahmetoglu, was sind für Sie die wichtigen Themen für die Wahl?

Karaahmetoglu: Wir wollen ein Ausrichten der Politik auf die Erfordernisse der digitalen Arbeitswelt und auf eine älter werdende Gesellschaft und der damit verbundenen Frage einer Rentengerechtigkeit. Es geht nicht, dass die CDU schlichtweg sagt: Weiter so mit Angela Merkel – und damit hat es sich. Es geht um die Sicherheit im Alter, um die Sicherheit der Arbeitsplätze, um unser aller Zukunft. Wenn wir nichts unternehmen, werden die Renten ab 2021 deutlich sinken. Für die Union gibt es keine Altersarmut, keine sinkenden Renten. Das ist völlige Realitätsverweigerung.

Raspel: Warum sind Ihnen die Themen Arbeitswelt und Rente so wichtig?

Karaahmetoglu: Schauen wir zuerst auf die Arbeitswelt. Wir stehen hier vor einem massiven Wandel. Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat bereits begonnen: Automatische Kassen in Kaufhäusern, volldigitalisierte Büros sind nur der Anfang. Die Folgen sind zum einen steigende Arbeitsbelastungen aber auch Stellenabbau.

Raspel: Was ist in den nächsten Jahren zu tun?

Karaahmetoglu: Es gibt mehrere Ebenen: Bereits heute ist in die Bildung zu investieren. Das gilt für alle Bereiche: Frühkindliche Bildung, Allgemeinbildende Schulen, Hochschulen, berufliche Aus- und vor allem Weiterbildung. In allen Bereichen wird die SPD Schwerpunkte setzen.

Raspel: Was sieht das Rentenkonzept der SPD konkret vor?

Karaahmetoglu: Die bereits veränderte Arbeitswelt mit Minijobs, Arbeit bei Lohndumping und Scheinselbständigkeit lassen größere Altersarmut in den nächsten Jahren erwarten. Dazu kommen steigende Mieten, die Renten entwerten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf:

  1. Stabilisierung des Rentenniveaus. 2. Begrenzung des Beitragssatzes auf 22%. 3. Keine Erhöhung des Renteneintrittsalters. 4. Solidarrente für Menschen, die 35 Jahre gearbeitet haben, die über dem Grundeinkommen liegt. Menschen, die ein Leben lang hart gearbeitet haben, sollen im Alter nicht zum Sozialamt gehen müssen. All dies wird über die Jahre ca. 21 Mrd. Euro Kosten. Es ist aber gut angelegtes Geld.

Raspel: Wieso?

Karaahmetoglu: Es stärkt die Kaufkraft der Rentner und die Bereitschaft der Menschen, im System mitzumachen. Das Rentensystem wird damit deutlich sozialer und gerechter.

Raspel: Was halten sie von den Plänen der CDU

Karaahmetoglu: Die CDU will das Rentenalter auf 70 Jahre erhöhen. Vor der Wahl versucht sie die Rentenfrage aus der Diskussion zu nehmen. Nach der Wahl wird sie weitere Rentenkürzungen und die Rente mit 70 beschließen. Das ist falsch, weil das für viele Menschen das Ende der Sicherheit im Alter bedeutet. Aber auch die Vorgehensweise der Union, „vor der Wahl sage ich nichts, damit ich nach der Wahl machen kann, was ich will“, halte ich für Wahlbetrug. In einer Demokratie haben die Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch darauf, vor einer Wahl zu erfahren, was die Parteien nach der Wahl machen werden.

Raspel: Danke Für das Gespräch und viel Erfolg!

 

Kategorien: Allgemein

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